Die letzte Woche

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Unserer letzten sedimentologischen Arbeiten führten uns in östlicher Richtung über die Plattform und haben den Transekt aus CTD und Multischließnetzstationen bei 65° E beendet. Am Morgen des 21. Oktober hat sich die SONNE von der letzten CTD/MSN Station (65° E / 15° S) aus auf den Weg zum Hafen von Port Louis (Mauritius) begeben, wo wir am 23. Oktober eingelaufen sind.

Multibeam (EM122, EM710) und PARASOUND Daten zeigten uns einen durch tiefe Canyons zerklüfteten Hang. Der Materialexport von der Karbonatplattform nach Westen scheint dabei, gemessen an der Größe der Plattform, sehr gering zu sein. Genauere Informationen hierzu erhoffen wir uns von Sedimentkernen und Oberflächenproben, die wir aus den Sedimentfächern an der Mündung der Canyons und dem Lauf eines der Kanäle gewinnen konnten. Die hydroakustischen Daten geben auch Aufschluss darüber, wie die Canyons mit den Flachwasserbereichen der Karbonatplattform verbunden sind. Bei der Beprobung dieser Canyons, aber auch sonst im Verlauf der Reise hat sich immer wieder bestätigt, wie wichtig die hydroakustische Vermessung für die Auswahl der Beprobungslokationen ist. Die Daten erlauben dabei nicht nur die gezielte Auswahl des zu beprobenden sedimentären Archivs, sondern geben darüber hinaus Aufschluss über die Sedimentbeschaffenheit und damit wichtige Hinweise für die Wahl des Beprobungsgerätes.

Stationsarbeiten zur Sedimentbeprobung, sowie Profilfahrten mit dem OFOS zur Beobachtung des Meeresbodens führten uns langsam in Richtung Osten über die Plattform. Neben zahlreichen Oberflächenproben aus unterschiedlichen Wassertiefen konnten wir auch zwei Sedimentkerne aus dem Inneren Bereich der Plattform gewinnen. Die Daten, die wir mit Hilfe des OFOS gewinnen konnten zeigen uns nicht nur die Abhängigkeit der Sedimentverteilung von Wassertiefe und Strömungsverhältnissen, sondern auch, wie kleinräumig die Wechsel zwischen den einzelnen Faziesbereichen hier oftmals sind. Mit Hilfe des OFOS konnten wir gegen Ende der Woche auch die Flachwasserbereiche mit Wassertiefen unter 40 m untersuchen. Da in diesen Wassertiefen noch genügend Licht vorhanden ist, leben hier neben den korallinen Rotalgen, die auch in größeren Tiefen vorkommen, auch koloniebildende Korallen, sowie Grünalgen, beides ebenfalls wichtige Karbonatproduzenten. Der letzte Einsatz des OFOS auf dieser Reise galt dem östlichen Außenhang der Saya de Malha Bank. Die Profilfahrt führte uns bis in eine Tiefe von 750 m. Der Hang der Plattform ist mit Winkeln von bis zu 40° relativ steil, so dass es in der Vergangenheit zu größeren Hangrutschen gekommen ist. Während der Hang im oberen Teil durch freiliegende Festgesteinsschichten gebildet wird, liegen an seinem Fuß mächtige Rutschmassen. Leben gibt es auch hier.

Nach gut vier Wochen intensiver Arbeit verließen wir die Saya de Malha Karbonatplattform mit einem sehr umfangreichen Datensatz und der Aussicht auf eine spannende Zeit der Auswertung.


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