Reflexionsseismik und OFOS

Reflexionsseismik und OFOS

Reflexionsseismik und OFOS


Nach Abschluss der hydroakustischen Vermessungsarbeiten am südöstlichen Hang der Plattform haben wir im Laufe des 6. Oktobers erneut den Digitalstreamer und die akustischen Quellen ausgebracht und einen neuen reflexionsseismischen Survey begonnen. Ziel dieser Arbeiten war es, die Stratigraphie der südwestlich der Saya de Malha Bank gelegenen ODP (Ocean Drilling Program) Bohrungen 705/706 an unsere Daten anzubinden. Kurz vor Erreichen der ODP Bohrpositionen mussten wir den Survey aufgrund technischer Probleme mit dem Streamer leider vorzeitig abbrechen und die gesamte Seismik einholen.

Generell sind die seismischen Vermessungen während dieser Expedition jedoch sehr erfolgreich verlaufen und seit Beginn der Untersuchungen konnten wir ca. 1750 km sehr hochwertige Mehrkanal-Reflexionsseimik gewinnen. Diese seismischen Profile ermöglichen einen Einblick in den strukturellen Aufbau der Karbonatplattform und die stratigraphische Gliederung der Schichtenabfolge. Die Plattform ist durch einen nach Osten abfallenden steilen Hang gekennzeichnet, wobei die Hangwinkel 20° erreichen. Der weitgehend lithifizierte obere Hang geht auf halber Höhe in einen ca. 850 m mächtigen Keil von periplattform Sedimenten über. Dieser Keil überlagert das krustale Grundgebirge, welches sich in der Seismik durch ein rauhes Relief mit einer sehr starken Rückstrahlamplitude gut abzeichnet. In der ODP Bohrung 706 wird dieses Grundgebirge durch basaltische Vulkanite gebildet. Der Sedimentkeil am Hang der Saya de Malha Bank ist durch eine Wechsellagerung von gut stratifizierten Einheiten und Massenumlagerungen gekennzeichnet. Im Hangenden der Abfolge dominieren Rutschmassen. Der Plattformrand liegt in ca. 240 m Wassertiefe und wird von einem alten, inzwischen inaktiven Riff gebildet. Darüber schließt sich ein trunkierter Keil gut stratifizierter Sedimente an. Dies impliziert Erosion und zeigt, dass der Plattformrand mit der Zeit zurück geschritten ist und sich der Bereich mit aktiver Karbonatproduktion nun weiter im Inneren der Plattform befindet.

Am Nachmittag des 8. Oktobers haben wir ein längeres sedimentologisches Beprobungsprogramm begonnen, welches uns in den darauf folgenden Tagen zurück ins Innere der Plattform und dann nach Westen in das bisher nicht bearbeitete Arbeitsgebiet WA-4 führte. Die sedimentologischen Arbeiten dauerten bis zum 11. Oktober an und wurden zweimal durch längere OFOS (engl. Ocean Floor Observation System; Videoschlitten) Programme unterbrochen. Diese Videobeobachtungen ermöglichen es uns, die Sedimentproben in einem größeren Kontext zu interpretieren und so ein umfassenderes Bild von der Sediment- und Faunenverteilung auf der heutigen Karbonatplattform zu erhalten. Das Bildmaterial ist darüber hinaus sehr wichtig, um klein- und mesoskalige Sedimentstrukturen zu erfassen, die für eine korrekte Interpretation der bodennahen Strömungsverhältnisse unerlässlich sind.


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